Erstmal: Ja, auch ein Neufahrzeug gehört sich vor einer Keramikversiegelung auf jeden Fall poliert. Das nicht zu machen ist wie 2 Wochen im Sommer nicht duschen aber ordentlich AXE Deo verwenden...
Zweitens: Eine Sonax Profiline CC One ist ne Keramikversiegelung mit einfacher Anwendung für ambitionierte Amateure, auch weil das Fahrzeug schnell wieder den Umgebungseinflüssen ausgesetzt werden kann. Die Standzeit selbst bewirbt Sonax mit gerade einmal 15 Monaten. Der Großteil der Kosten fließt in die Arbeitszeit. Das Chemie-Produkt "Keramikversiegelung" macht dabei nur einen Bruchteil aus. Die Sonax reicht für 2 normalgroße Fahrzeuge und kostet 80 Euro. Also Wareneinsatz rund 40 Euro pro Fahrzeug. Sowas als Profi anzubieten ist irgendwie... am falschen Ende gespart, v.a. weil es von Sonax auch eine CC Pro und Evo mit wesentlich längeren Standzeiten zu geringen Mehrkosten gibt.
Drittens: Keramikversiegelungen sind anfällig für hoch-alkalische Reiniger, welche gerade im Sommer gerne im Vorsprüher bei Waschstraßen verwendet werden, weil damit eines der Hauptprobleme im Sommer sehr gut gelöst werden kann: Insektenverunreinigungen. Eigentlich bräuchte es das bei einem versiegelten Fahrzeug nicht, weil die Insektenreste deutlich einfacher abgehen, aber der Reiniger muss auch auf den Fahrzeugen funktionieren, die da in der Mehrzahl durchfahren und das sind keine Liebhaberfahrzeuge mit Keramik sondern solche mit Insektenfriedhof an der unversiegelten Front. Ob da so ne Keramikversiegelung für den ambitionierten Amateur lange Freude bereitet wage ich zu bezweifeln.
Viertens: Die Oberfläche einer Keramikversiegelung setzt sich über die Zeit zu und verliert damit ihre hydrophobe Wirkung, obwohl das Grundprodukt sich noch auf dem Lack befindet. Man bekommt eine zugesetzte Keramik mit sauren Reinigern wieder frei, aber die sind in der Waschanlagenchemie nicht in ausreichender Form vorhanden, weil meist eher unerwünscht bzw. auch (zum Teil zu unrecht) verschrien. Also selbst wenn die Versiegelung an sich hält, dann wird sich die bei regelmäßiger "Unterhaltswäsche" in der Waschanlage zusetzen, nicht zuletzt aufgrund von Wachsrückständen der Vorgänger-Fahrzeuge in den Bürsten.