Was soll ich sagen, mir gefällts und ich schau mir solche Späßchen gerne an und der Kleinen gefällts erst recht, die würd sichs am liebsten 50 mal ansehen
Exakt so fängt es an. 50% der Leute ignorieren es, 25% der restlichen Leute feiern es und 25% finden es schlecht. Wenn sich also "nur" 25% der Leute aufregen und davon nur 1% die Entscheidung trifft keinen BMW mehr zu kaufen, ist das eine reine Matheaufgabe. Wieviel Reingewinn werfen die 1% ab vs. wieviel Reingewinn bekommen wir, wenn wir die Werbung ausspielen? Da BMW mir in den letzten Jahren bei ihren Produkten eher durch "vom Controlling getrieben" aufgefallen ist denn durch "ergibt Sinn oder ist zumindest besser für den Käufer" kann ich mir vorstellen in welche Richtung das Pendel ausschlägt.
Spätestens mit der Umstellung auf das Agenturmodell, was BMW ja schon seit Jahren einführen will, steht einem "Werbefreiem Leasing" dann nichts mehr im Weg. Schon können sich auch Leute BMW leisten, die sich eigentlich keinen BMW leisten können sollten, denn die 3% Rabatt auf die Leasingrate klingen erstmal gut. Weil BMW ja nicht der erste Hersteller wäre, der in sein Produkt Werbung einbaut und nur gegen Einwurf kleiner Münzen wieder entfernt. Den Klassiker, wie YouTube lasse ich mal außen vor, weil es ein reines Softwareprodukt ist, aber wie wäre es mit Werbung auf dem PC-Monitor? LG got you covered (https://winfuture.de/news,159831.html). Oder wie wäre es mit Pepsi-Werbung mitten im Film? Da kann Samsung mal zeigen, was sie können (https://itwire.com/your-it-new…-in-ad-pop-up-controversy). Oder der lustige Drucker von nebenan, der Fremdtinte mit einem Mal nicht mehr akzeptiert und dafür auf dem Display ein Abomodell anbietet? Da springt HP schnell ein (https://arstechnica.com/gadget…arty-ink-in-its-printers/).
All das muss nicht kommen, das ist klar. Aber warum sollte es nicht von den Herstellern kommen, wenn es mehr Umsatz bedeutet? Da gibt's für mich nur zwei Antworten: Die Geschäftsführung ist integer und weiß, dass sowas ein absoluter Sch**ßmove ist und lässt es bleiben (bei einem Shareholder-getriebenen Konzern wie BMW eher unwahrscheinlich) oder der Endkunde akzeptiert dieses Verhalten nicht und straft mit Nicht-Kauf ab, sodass am Ende die Werbung mehr Einnahmen kostet, als es Gewinn abwirft. Ich bin den letzten Fall ja nicht wegen der Werbung hier gegangen, dafür gab es diverse andere Themen, wo ich eben keinen Sinn mehr darin sehe einen BMW zu fahren. Aber die Werbung hier ist für mich lediglich die Bestätigung, die richtige Wahl getroffen zu haben.
Das muss jeder für sich selbst bewerten, so viel ist klar. Wer am Ende zu dem Schluss kommt "interessiert mich nicht, ich kaufe weiter BMW" ist das doch völlig in Ordnung. Ich bin kein Messias, der andere verteufelt, wenn sie nicht gleicher Meinung sind - ich höre andere Meinungen, solange sie ordentlich verargumentiert sind, sehr gerne, denn ich finde einen Perspektivenreichtum gut (hat natürlich auch gewisse Grenzen).
Dennoch hab ich meine Entscheidung so getroffen, wie ich sie getroffen habe und halte so ein "wir testen mal, wie man den Kunden noch weiter ausquetschen kann"-Gehabe von Konzernen für widerlich - fand ich schon bei dem "Sonderausstattung im Abo"-Shop grenzwertig.