Motoranpassungen bei "haltbarer" Leistungssteigerung

  • Nen 25d würde ich somit niemals noch mehr Leistung geben. Ist die Software dann auch noch schlecht, ist alles nur ne Frage der Zeit. Die 25d machen Serie schon häufig Probleme. N47/B47 ist bei 220PS einfach Schluss und das laufen die halt schon im Serienzustand.

    Gut bin über 90tkm problemlos mit 270PS gefahren und nie Probleme mit dem Motor gehabt.

    Daher würde ich nie pauschal was zum Tuning sagen, wenn man Pech hat kann man jeden Motor zerstören.

  • Vielleicht kann ich ein bisschen was zu dem Thema beitragen.

    Die Unterschiede zwischen kritischen Bauteilen wie zB Kolben von B48 und z.B. B58 liegen in erster Linie in der Legierung. Bei den stärkeren Motoren kommen höherwertige Legierungen mit u.a. höherem Kupferanteil zum Einsatz, um bei hohem Leistungsabruf die entstehende Wärme besser und schnell genug ableiten zu können. Wenn bei Kolben mit niedrigerem Kupferanteil hohe Leistung anliegt, kann die entstehende Wärme nicht schnell genug abgegeben werden und die Innereien werden thermisch sehr stark belastet. Würde es sich z.B. bei den Kolben um Schmiedekolben handeln, wäre das nicht ganz so schlimm (aber trotzdem fatal), weil zuerst Konturen anschmelzen würden, was deutliche Geräusche verursachen würde. Wenn man schnell reagiert und den Motor abstellt, kann man zumindest Schadensbegrenzung betreiben. In unserem Fall handelt es sich aber um Gusskolben - und wenn die zu heiß werden, brechen die einfach. Bei einer typischen Kolbengeschwindigkeit von 15-20 m/s kann man sich vorstellen, was da im Motor passiert.


    Ohne es zu wissen, gehe ich fest davon aus, dass bei den B48 35i auch Kolben mit höherem Kupferanteil verbaut werden. Beim B58 ist das schon bei den niedrigeren Ausbaustufen (z.B. im G30) der Fall, weshalb der auch so beliebt ist bei Leistungssteigerungen.


    Zurück zum B48:

    Für eine ausreichende oder bessere Kühlung zu sorgen, ist zwar immer empfehlenswert (v.a. Ölkühlung), hat hier aber weniger Wirkung, da im Falle einer größeren (!) Leistungssteigerung der Brennraum selbst besser gekühlt werden müsste. Einzig eine Wasser/Ethanoleinspritzung würde direkt IM Brennraum wirken.

    Eine Leistungssteigerung ist somit zwar aufgrund der Serien-Reserven durchaus vertretbar, man sollte aber - meiner Meinung nach - dies nur in Maßen umsetzen.


    Wie gesagt - nur meine persönliche Meinung.

  • Vielen Dank für euren Input.

    Wie gesagt, mir geht es ja auch wirklich nicht im Ansatz um das Maximum! Ich möchte wenn, dann eine moderate Leistungssteigerung von 300 bis 350PS (absolutes Maximum wären 400ps) aber das eben dann ordentlich gemacht und VOR ALLEM haltbar!

    Und ich denke, da kommt es selbstverständlich schon ausschlaggebend auf die Grundsubstanz des eigentlichen Motor an!


    Bei meinem vorherigen E90 320i wäre ich niemals auf die Idee gekommen diesen in der Leistung zu steigern und das obwohl er nicht wirklich schnell war.

    Aber aus Erfahrungsberichten wusste ich einfach, dass der Motor nicht so standhaft ist.


    Was die Leistungssteigerung und deren Fahrbarkeit in Deutschland angeht, sehe ich das ganz anders! Auch in Deutschland kann man sowas gut ausfahren, was ich aber eh nie mache! Ich liebe einfach die Souveränität von stärkeren Autos und auch mal im mittleren Bereich etwas mehr Reserven zu haben.

    Ich verstehe gar nicht, wie so viele immer mit einer Leistungssteigerung irgendwelche VMax-Rennen auf der Autobahn verbinden? :/

    Ich mag einfach die Souveränität untenrum! Vmax wird mein Auto vermutlich niemals in meinem Besitz erleben...Das tut mir im Herzen weh :saint:

  • Ich verstehe gar nicht, wie so viele immer mit einer Leistungssteigerung irgendwelche VMax-Rennen auf der Autobahn verbinden?

    Weil hohe Leistung nur dort benötigt wird. Für 'Souveränität im mittleren Bereich' braucht es keine hohe Leistung, sondern ein Drehmoment, das schon im mittleren Drehzahlbereich entsprechend hoch anliegt. Ob die gängigen Leistungssteigerungen eine entsprechende Anhebung des Drehmoments liefern, weiß ich nicht.

  • wie ist den das Feedback der Tuner, die man dir empfohlen hat?

    Noch habe ich kein Feedback erhalten, ich habe aber auch erst gestern ein paar angeschrieben! Ich melde mich.

    Weil hohe Leistung nur dort benötigt wird. Für 'Souveränität im mittleren Bereich' braucht es keine hohe Leistung, sondern ein Drehmoment, das schon im mittleren Drehzahlbereich entsprechend hoch anliegt. Ob die gängigen Leistungssteigerungen eine entsprechende Anhebung des Drehmoments liefern, weiß ich nicht.

    Ja stimmt schon, aber die Meisten beziehen ja in der Rechnung beides mit ein, so wie ich eigentlich auch! Ich kenne ja eigentlich kein reines "Drehmomenttuning" Und die LEISTUNGSsteigerung resultiert ja auch aus Kraft und Drehmoment.


    Für mehr "bumms" untenrum ist ein 2Liter Benziner wahrlich der falsche Motor. Egal ob ohne oder mit Leistungssteigerung.

    Das sehe ich ganz anders! Und die Aussage ist auch einfach nicht Richtig!

    Gerade moderne 4 Zylinder mit Turboaufladung können sehr viel Bumms haben!

  • Und die LEISTUNGSsteigerung resultiert ja auch aus Kraft und Drehmoment.

    Die Spitzenleistung ist halt der Wert, der üblicherweise genannt wird, wenn es um klassische Leistungssteigerung geht. Und die liegt typischerweise bei sehr hoher Drehzahl aber dann schon fallendem Drehmoment an. Ob durch übliche Maßnahmen zur Leistungssteigerung auch der Drehmomentverlauf 'unten herum' signifikant verbessert wird, weiß ich schlicht nicht.

  • Naja, durch durchschnittliches Chiptuning bei modernen Turbobenzinern wird das übliche Drehmomentplateu meist durch einen Drehmoment-„Buckel“ ersetzt. Also 350NM Peak um 3000 Touren statt 280 von 1500 bis 5000 Touren. Dadurch packen die Motoren unten und in der Mitte des Drehzahlbandes kräftiger zu und lassen nach oben eher wieder nach. Die letzten 3 Turbobenziner die ich hatte, waren alle gechippt und wurden danach schon auch drehfreudiger, waren aber vor allem „dieseliger“ zu fahren im Alltag.

  • Naja, durch durchschnittliches Chiptuning bei modernen Turbobenzinern wird das übliche Drehmomentplateu meist durch einen Drehmoment-„Buckel“ ersetzt. Also 350NM Peak um 3000 Touren statt 280 von 1500 bis 5000 Touren. Dadurch packen die Motoren unten und in der Mitte des Drehzahlbandes kräftiger zu und lassen nach oben eher wieder nach. Die letzten 3 Turbobenziner die ich hatte, waren alle gechippt und wurden danach schon auch drehfreudiger, waren aber vor allem „dieseliger“ zu fahren im Alltag.

    Ich oute mich auch mal als vorheriger Golf 7 R Fahrer.
    Bekanntlich EA888 Gen3 mit 2l Turbo. Hatte eine Stage 2+ von SLS, eingetragen mit 389 PS - unterum weitaus "geschmeidiger" zu fahren, wie du meintest, extrem "dieselig" - das ist der richtige Begriff dafür :D

    Ich bin eine Stage 1 56.000 km und mit Stage 2+ bis 101.000 km tatsächlich absolut fehlerfrei und reibungslos gefahren.
    Da mein M340i aktuell noch Serie ist, vermisse ich schon manchmal den Punch, den ich wirklich beim R bei Vollgas ab 150 kmh hatte - da war wirklich assozial was los im Motorraum - ich gebe aber auch zu, dass ich irgendwann wirklich Angst hatte, lange Vollgasfahrten (nichtmal weitaus bis Vmax, sondern davor) zu machen oder auch ständig aus dem Drehzahlkeller zu beschleunigen.

    Das ist mit dem BMW eine wirklich andere Liga, da fährt keinerlei "Angst" mit und bei 250 fährt der sich wie auf Schienen - der R ist da fast "auseinandergefallen" :D

    Geholfen hat mir damals, so denke ich, der zusätzliche Ladeluftkühler, welcher am Ende auch die Öltemperatur immer um ca. 10 Grad "gedrosselt" hat (weniger Ladelufttemperatur im Brennraum = geringere Öltemperatur)