M340i (G20, EZ 2020) – Motorschaden bei 100.000 km durch defekten Turbolader, Kulanz nur 40 % der Teilekosten

  • Oje, das tut weh!

    Hast du Start-Stopp konsequent deaktiviert?
    Wenn es aktiv ist, kann es zum Abschalten des Motors kommen, der vorher höher belastet worden ist, was den Turboladern nachweislich schadet.

    Ja Start-Stop habe ich selbstverständlich rauscodiert und war immer aus. Hat trotzdem leider nichts geholfen.

  • Nicor320

    Ja klar, das Öl ist definitiv nicht optimal. Ich wäre jetzt beim Service auch auf ein 5W-30 gegangen. Das Problem ist nur, dass BMW maximal ein 5W-30 für den B58 freigibt und ich ja meine Kulanz und Servicehistorie behalten wollte.

    Beim Fahrprofil würde ich mich als normalen Fahrer beurteilen. Der Wagen wurde selbstverständlich, wenn er warm war, auch mal schneller bewegt. Ich habe mir das Auto schließlich nicht gekauft, um Sprit zu sparen, sondern natürlich auch, um mal Spaß zu haben und Gas zu geben.


    Das der Motor bei 100000 Kilometern kaputtgegangen ist trotz nachvollziehbarer und vollständiger Servicehistorie enttäuscht mich leider auch sehr.

  • 5w40 müsste normalerweise im B58 ebenso freigegeben sein. Dieses Öl fahren auch sehr viele im B58. Wird auch oft empfohlen seitens Ölfreaks oder Motoreninstandsetzer.
    Ein 0w30 ist einfach zu dünn, das zeigen Schadensbilder immer wieder. Natürlich steckt man am Ende nicht drin, manche fahren ein 0w30 auf 25-30.000km Intervall und haben nichts. Manche wechseln alle 10.000 Öl mit 5w40 und haben einen Schaden. Pech und Glück kann man immer haben. Aber man muss es ja nicht von vornherein ausreizen.
    Ich denke, es gab seitens Welle im Turbolader einfach Metall auf Metall wegen dem 0w30, das Fehlerbild zeigt sich immer wieder bei den dünnen Ölen. Reißen des Schmierfilms. Zudem hatten wir nen ordentlich heißen Sommer. Behalte immer im Hinterkopf, warum das mit den dünnen ölen überhaupt losging. Es müssen sinnlose und unnütze Umweltvorgaben, FLottenverbrauche etc erfüllt werden. U.a. schafft man das mit nem dünnen Öl. Motoren entwickeln sich zwar auch weiter, aber scheinbar ist es noch nicht so weit, dass man wirklich risikofrei lange Zeit mit einem Wasseröl unterwegs sein kann.
    Wenn die zu langen Intervalle auch fast ausgereizt worden sind, bietet das Öl noch weniger Sicherheit.
    Mein Tip für dich in Zukunft, fahre MIND. ein 5w30, eher 5w40, offiziellen Ölwechselintervall halbieren. Das ist meine persönliche Meinung und muss nicht geteilt werden, aber wenn es um solche Sachen geht empfehle ich dir bspw. den Oilclub oder unterhalte dich einmal mit standhaften Motoreninstandsetzern etc. Das solltest du sowieso ggf. tun, wenn es bei den 40% bleibt. Denke da kommst du noch "besser" weg als mit 17k.
    Ich würde wie gesagt mich dick beschweren beim Kundenservice, vielleicht sogar indirekt Forenbeteiligungen erwähnen, damit sie sehen, dass der Schaden nicht kleingehalten wird. B58 ist ein beliebter Motor und irgendwo bedeutet das eigentlich auch Imageschaden. Vielleicht kitzelst du so noch etwas raus bei offizieller Kundenservice Beschwerde.
    Ansonsten wünsch ich dir viel Erfolg bei der weiteren Schadensverhandlung und nach Behebung eine mängelfreie Weiterfahrt.

  • Danke dir für die ausführliche Einschätzung! Mit dem Thema Öl bin ich grundsätzlich genau deiner Meinung und war eben gerade dabei und wollte es ja ändern. Ich habe die Ölwechsel auch immer ein wenig vorgezogen. Ich hoffe trotzdem, dass BMW bei der Kulanz nicht einfach auf das 0W-30 als mögliche Ursache verweist, da es ja eine entsprechende BMW LL-04 Freigabe hatte und von mir immer fachgerecht verwendet wurde.


    Ich werde jetzt erstmal die Rückmeldung der Kundenbetreuung abwarten und bei den 40 % definitiv nochmal nachhaken. Auch das Thema mit den Fachleuten bzw. einem möglichen Gutachten behalte ich im Hinterkopf, falls BMW nicht weiter entgegenkommt.


    Danke dir auch für die Tipps und die guten Wünsche! Ich hoffe ebenfalls, dass am Ende noch eine vernünftige Lösung mit BMW zustande kommt.

  • Ein 0w30 ist einfach zu dünn...

    Ich denke, es gab seitens Welle im Turbolader einfach Metall auf Metall wegen dem 0w30, das Fehlerbild zeigt sich immer wieder bei den dünnen Ölen. Reißen des Schmierfilms.

    ...aber scheinbar ist es noch nicht so weit, dass man wirklich risikofrei lange Zeit mit einem Wasseröl unterwegs sein kann.

    Bitte spar dir solche Aussagen oder setze sie objektiv in einen korrekten Kontext und Rahmen. Die neuesten B58 Derivaten kommen mit 0W12 klar und werden bei Testfahrten damit ohne Rücksicht auf Verluste über die Nordschleife und durch die Wüste geprügelt. Da wird ein normal gefahrener B58 (der bei dem Baujahr immer noch für 0W20 freigegeben ist) bzw. dessen Turbolader nicht aufgrund eines pauschal "zu dünnen" 0W30 hops gehen. Und da haben wir uns jetzt noch nichtmal über HTHS-Werte verschiedener Öle unterhalten. Ich lass es an der Stelle auch bleiben, weil ich weiß, dass du deine Meinung nicht ändern wirst, aber ich würde dich bitten das Thema im Sinne weniger Öl-affiner User differenzierter zu betrachten.


    dominikdrxl Danke für die Antworten und die ausführliche Berichterstattung! Meine Frage zum Öl bezog sich darauf, weil es mir farblich relativ dunkel bis "schlammig" vorkam. Die schlammige Farbe kann aber auch vom Blitz kommen und dass es relativ dunkel ist erklärt sich natürlich, wenn du auf dem Weg zum nächsten Service warst und das Öl am Ende seiner Lebensdauer. Finde dein Vorgehen und auch dein Empfinden absolut nachvollziehbar, würde mir genauso gehen. Denke bei deiner Werkstatt bist du in guten Händen - der Name ist in der Szene ja bekannt.

    Mein Vorschlag für einen "Tausch" kam daher, weil du außerhalb von Garantie und Gewährleistung ja keinen rechtlichen Anspruch hast. Du bist also auf den guten Willen von BMW angewiesen. Und wie du anhand der Kosten siehst geht ein sehr großer Teil für die Arbeitszeit drauf - die im Münchner Raum eben sehr teuer ist. Daher meine "Idee" vielleicht einen Deal in die Richtung anzustreben, weil die Werkstatt das Fahrzeug zum Weiterverkauf entweder abgibt oder wenn sie es selbst reparieren würden, dann zum internen Verrechnungssatz aber nicht zu dem Stundenpreis, welchen man dir in Rechnung stellen muss. Und der Restwert für den Rest vom Fahrzeug sollte relativ hoch sein, so gut gepflegt wie du das Auto beschreibst.

    Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg (und in dem Fall auch Glück) bei der weiteren Abwicklung und würd mich freuen, wenn du uns weiter teilhaben lässt!

  • Ohwe das klingt nicht gut, wenn BMW dabei bleibt, wäre ein Austauschmotor bei H2 Motors bzw. mal ein Vergleichsangebot dort einholen evtl. eine Alternative? (günstiger)

    Das war auch mein Gedanke, weil schnell geguckt kosten die Motoren so um 8k€ inklusive Einbau. Sprich wenn BMW auf 50% oder 60% Kulanz geht ist man immer noch schlechter dran.


    Ich würde also wirklich parallel zu BMW nach alternativen Instandsetzer im Umland mich erkundigen und da Angebote einholen.


    Beim Verkauf mit Motorschaden wirst du sicherlich mit 15k bis 20k Verlust rechnen müssen, weil so ein Wagen nur gewerbliche nehmen und die wollen nach der Reparatur daran verdienen.


    P.S. Jetzt die Diskussion über Ölsorte zu führen bringt eigentlich wenig, weil ändern wird es nix

  • Das war auch mein Gedanke, weil schnell geguckt kosten die Motoren so um 8k€ inklusive Einbau. Sprich wenn BMW auf 50% oder 60% Kulanz geht ist man immer noch schlechter dran.


    Ich würde also wirklich parallel zu BMW nach alternativen Instandsetzer im Umland mich erkundigen und da Angebote einholen.

    Bin ich denn der Einzige der den Motorschaden hinterfragt?

    Sind die Späne im Motor und haben diverse Lager beschädigt oder nur im Ölfilter?


    Je nachdem wie es im Motor aussieht .......


    Keine Späne würde bedeuten >>, Lader ersetzen > (Ladeluftkühler prüfen) > neue Ölpumpe + Ölkühlerblock > los gehts

  • Bin ich denn der Einzige der den Motorschaden hinterfragt?

    Sind die Späne im Motor und haben diverse Lager beschädigt oder nur im Ölfilter?


    Je nachdem wie es im Motor aussieht .......

    dies kann einem nur die Werkstatt und Instandsetzen sagen. Die haben da mehr Erfahrung und können sagen was sich mehr lohnt.


    Da kommen aber auch nicht mal eben 50€ für den Ausbau und mal schauen wie es aussieht dazu.


    Wenn ich parallel sehen, dass ein B58 um 8k€ kostet wäre es da nicht einfacher gleich ein Tausch vorzunehmen und den kaputten an den Instandsetzer abzugeben.