Vorwort
Nachdem ich mir gefühlt hundert Beiträge aus verschiedensten Foren durchgelesen hatte – mit extrem unterschiedlichen Meinungen zu ACN, Getriebespülung-Experte und noch ein paar anderen Anbietern im Raum Frankfurt am Main – habe ich irgendwann aufgehört, weiter zu vergleichen, und mich schlicht auf mein Bauchgefühl verlassen. Im Nachhinein hätte ich vermutlich eine Strichliste führen sollen, wie viele positive und wie viele negative Berichte es wirklich gab.
Im Vorfeld hatte ich ein längeres Telefonat mit dem Chef von Getriebespülung-Experte. Er hat mir ihr Vorgehen ruhig und verständlich erklärt: absaugen mit Unterdruck, mit heißem Getriebe arbeiten, damit wirklich alles rauskommt, keinerlei Reiniger verwenden und zum Schluss mit minimalem Luftdruck den letzten Rest aus den Leitungen holen. Das Gespräch war angenehm sachlich, nicht aufdringlich, und insgesamt sehr aufklärend. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben.
Das Verteilergetriebe habe ich bewusst nicht machen lassen, da dieses erst rund 5.000 km zuvor bei BMW ausgetauscht wurde.
Erster Eindruck
Die Werkstatt liegt in einem klassischen Industriegebiet. Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke: „Ohje…“. Fähnchenhändler neben Fähnchenhändler, der Hof von Jovanovic Motors recht vollgestellt, viele Autos, gefühlt etwas Chaos, überall DPFs und Mechaniker, die herumwuselten. Kein besonders vertrauenerweckender erster Eindruck.
Oben im Büro dann allerdings die komplette Kehrtwende: sauber, ordentlich, strukturierter Wartebereich. Die Mitarbeiterin hat mir den Ablauf nochmals in Ruhe erklärt, gefragt, ob es irgendwelche Auffälligkeiten am Getriebe gibt und ob ich bei den Arbeiten dabei sein möchte. Beides absolut unkompliziert und sehr freundlich.
Ablauf der Arbeiten
Kurz darauf kam mir ein Mechaniker entgegen, bat um den Schlüssel und fuhr das Auto auf die Bühne. Unterbodenverkleidungen wurden zügig demontiert, die Antriebswelle zur Vorderachse gelöst und links am Getriebe zwei Leitungen beziehungsweise Sensoren herausgeschraubt. An deren Stelle wurden die Spülschläuche montiert.
Währenddessen kümmerte sich ein zweiter Kollege bereits um die Differentiale: vorne wurde das Öl abgelassen, hinten abgesaugt.
Anschließend kam das Auto wieder herunter, der Motor wurde gestartet und im geparkten Zustand zunächst etwa 3 bis 3,5 Kilogramm Getriebeöl abgelassen. Ich fand es übrigens sehr schlüssig, dass hier in Kilogramm und nicht in Litern gearbeitet wird – ein Kilogramm bleibt ein Kilogramm, unabhängig von der Temperatur.
Danach wurde der Filter samt restlichem Öl aus der Ölwanne entfernt. Die Ölwanne wurde mir sofort gezeigt, mit Taschenlampe aus verschiedenen Winkeln begutachtet und erklärt. Kurz darauf kam der Werkstattleiter dazu, schaute ebenfalls drüber und bestätigte, dass das Getriebe – zumindest nach dem, was man hier sehen konnte – in gutem Zustand sei. Das Öl war sichtbar verschmutzt, aber nicht verbrannt. Nebenbei kam noch die Frage, ob es ein Diesel sei und ob das Fahrzeug eine Anhängerkupplung habe. Als ich beides verneinte, kam nur ein abwinkendes „Das hält ewig, solange du das Öl wechselst“.
Währenddessen wurde das restliche Altöl aus den Leitungen mit einer Vakuumpumpe abgesaugt und mit minimalem Druckluftimpuls der letzte Rest herausgeholt. Erstaunlich, wie viel da noch zusammenkam. Jeder Tropfen wurde sauber aufgefangen und mit auf die Waage gebracht. Am Ende waren es insgesamt 4,56 Kilogramm Altöl. Nach etwa zehn Minuten Absaugen und „Ausblasen“ waren die Mitarbeiter zufrieden.
Danach kam die neue Ölwanne mit neuen Schrauben rein, was mir auch explizit gezeigt wurde. Frisches Öl wurde eingefüllt, bis die Waage wieder exakt bei 0,0 stand. Dann folgte der erste Lauf: Motor an, mehrmals von Parken auf D und zurück schalten, anschließend wurde das Öl wieder abgesaugt. Dieser Vorgang wurde insgesamt drei Mal wiederholt, bis der Mechaniker zufrieden war.
Die Differentiale wurden anschließend wieder befüllt. Soweit ich mich erinnere, kam hinten 75W-90 hinein, vorne ein anderes Öl – hier bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher, da ich in dem Moment nicht genau aufgepasst habe.
Zum Schluss wurde die Antriebswelle mit neuen Schrauben montiert und alles mit Drehmoment angezogen. Der Werkstattleiter kam nochmals dazu, kontrollierte stichprobenartig mehrere Schrauben an Ölwanne und Antriebswelle und schaute sich das Fahrzeug von unten kurz an. Danach wurde alles wieder zusammengebaut.
Fazit
Der Mechaniker wirkte während des gesamten Ablaufs sehr kompetent und kannte seine Abläufe. Kein Stress, kein Pfusch, aber auch kein unnötiges Gerede
.
Beim Heimfahren fuhr das Auto zunächst genauso wie zuvor – seidenweich. Der einzige echte Unterschied zeigte sich am nächsten Morgen: Im kalten Zustand schaltet das Getriebe jetzt deutlich weicher, fast so, wie es vorher nur im warmen Zustand der Fall war.
Die Spülung wurde bei 107.000 km durchgeführt und fühlt sich rückblickend nach genau dem richtigen Zeitpunkt an. Der äußere Eindruck der Werkstatt täuscht ein wenig – wer sich davon nicht abschrecken lässt und Wert auf sauberes, nachvollziehbares Arbeiten legt, dürfte hier meiner Erfahrung nach gut aufgehoben sein. Ich fand sowohl den Preis mit 785€ inkl. MwSt, als auch das Gesamtpaket stimmig und werde auch weitere Fahrzeuge dorthin bringen.
Ich hänge noch ein paar Bilder an welche ich vor-Ort gemacht habe an. Falls es Interessant ist.