Alles anzeigenIch versuche es mal mit der einfachen Erklärung.
Beispiel:
Ein 318i wird mit Sommerreifen und Winterreifen ab Werk ausgeliefert.
Sommer: 255-35-19 Winter: 205-60-16.
Muss man jetzt bei jedem Reifenwechsel neu vermessen?
Nein, die Werte ändern sich nicht.
Ich glaube, genau da liegt der Punkt, der einen Laien wie mich zunächst verwirrt. ![]()
Bei den unterschiedlichen Sommer-/Winterrädern sind Felgenbreite und ET vom Hersteller aufeinander abgestimmt. Das Rad kann also trotz anderer Reifenbreite entsprechend positioniert sein.
Eine Spurplatte dagegen verschiebt das komplette Rad zusätzlich nach außen – im Prinzip wie eine entsprechend kleinere ET.
Spur und Sturz ändern sich dadurch zwar nicht automatisch. Was sich aber ändert, sind die Position des Rades, die Spurweite und damit auch die Hebelverhältnisse an Achse und Lenkung.
Was mich dabei zunächst irritiert hat: Bei der Achsvermessung wird ja die Stellung bzw. Ebene des Rades erfasst. Durch die Spurplatte wandert diese Ebene zwar nach außen, sie wird aber zunächst nur parallel verschoben. Auch wenn das Rad also z. B. mit 0,1° Vorspur steht, bleiben diese 0,1° geometrisch erst einmal erhalten.
Damit verstehe ich auch, warum man nach dem bloßen Wechsel zwischen freigegebenen Sommer- und Winterrädern nicht jedes Mal neu vermessen muss.
Trotzdem ist für mich „205er Winterreifen statt 255er Sommerreifen“ nicht ganz dasselbe wie „gleiches Rad plus Spurplatte“. Bei der Spurplatte werden Spurweite und Hebelverhältnisse bewusst verändert. Und gerade beim G20, der auf kleine Abweichungen teilweise ziemlich mimosenhaft reagieren kann, könnte ich mir vorstellen, dass sich das unter realer Belastung über Lagerelastizitäten usw. durchaus im Fahrverhalten bemerkbar macht – obwohl die statisch gemessenen Spur- und Sturzwerte gleich geblieben sind.