Leichte Lenkradvibrationen

  • Am Montag kommt jemand aus München zu meinem BMW-Haus. Dafür bringe ich den Wagen dann nochmals hin.

    Hallo Christoph,

    ich nehme an das du mittlerweile so getriggert bist mit Aufmerksamkeit das es entweder eine Challenge ist für dich der Sache auf den Grund zu gehen oder du irgendwann nur noch genervt bist.

    An deiner Stelle würde ich mich sicher parallel zu der Fehlersuche nach Alternativen umschauen.

    Ein Dacia der ohne jede Emotion einfach fährt kann mehr Spaß machen als ein Ferrari der dauernd Ärger macht.

  • Hallo Christoph,

    ich nehme an das du mittlerweile so getriggert bist mit Aufmerksamkeit das es entweder eine Challenge ist für dich der Sache auf den Grund zu gehen oder du irgendwann nur noch genervt bist.

    An deiner Stelle würde ich mich sicher parallel zu der Fehlersuche nach Alternativen umschauen.

    Ein Dacia der ohne jede Emotion einfach fährt kann mehr Spaß machen als ein Ferrari der dauernd Ärger macht.


    Hallo Kennz weis,


    tatsächlich schaue ich mich seit ein paar Tagen zwangsweise bereits nach einem Plan B um.


    Das Problem ist: Wegen meines (inzwischen) Rückens brauche ich ziemlich zwingend ein komfortableres Fahrwerk. Ein KW V3 Leveling liegt dafür eigentlich schon beim Händler bereit, der Einbau war ursprünglich bereits für November letzten Jahres geplant.

    Aktuell kann ich das aber nicht verbauen lassen, weil ich ziemlich sicher davon ausgehe, dass BMW das Vibrationsproblem danach entweder nicht mehr weiterverfolgt oder die Ursache direkt auf das geänderte Fahrwerk schiebt.


    Gerade am Anfang war ich ehrlich gesagt über diesen Teufelskreis ziemlich geschockt — dass ich wegen Lenkradvibrationen und der Tatsache, dass ich das Fahrwerk nicht einfach tauschen kann, so in die Bredouille komme. Vor allem habe ich lange überhaupt keine echte Alternative gesehen, was ich stattdessen kaufen sollte.


    Was die Sache zusätzlich schwierig macht: Das Auto steht innen wie außen wirklich wie neu da, und jeder, der es kaufen würde, bekäme — abgesehen von der Vibrationsthematik — eigentlich ein absolutes Top-Auto. Ich selbst würde das Fahrzeug so privat aber niemandem verkaufen wollen, weil ich niemand bin, der bekannte Probleme einfach an den Nächsten weiterreicht.


    Genauso wenig sehe ich aber ein, am Ende auf dem Schaden sitzenzubleiben, wenn sich ein Fehler bereits während der Werksgarantie eingeschlichen hat und bis heute nicht gelöst wurde.


    Ich werde jetzt auf jeden Fall den Termin am Montag noch abwarten und dann sieht man schon eher, wohin die Reise geht. Ich will halt auch nichts vorgeben oder BMW sagen, was sie tauschen sollen.


    Wobei ich inzwischen selbst fast davon ausgehe, dass es am Ende doch diese Bremsscheiben-/Radnaben-Thematik ist — allerdings aus meiner Sicht eben nicht wegen normalem Verschleiß, sondern eher wegen der Kombination aus dem empfindlichen Material der Bremsscheiben und der bekannten Blumennabe.


    Die Frage ist halt: Soll ich jetzt ernsthaft vier Bremsscheiben auf eigene Kosten tauschen lassen? Das hat für mich nichts mit normalem Verschleiß zu tun, und ich habe die Räder auch nie selbst ab- oder anmontiert.


    Was ich inzwischen allerdings mehr als interessant finde, ist die Vorgehensweise von BMW. Die Fehlersuche läuft aus meiner Sicht bisher eher nach Try and Error als nach einer wirklich sauberen technischen Analyse. Es wurde ja auch schon mehrfach berichtet, dass genau das dort leider die übliche Vorgehensweise ist.


    Noch bemerkenswerter finde ich, dass man Real Garant (trotz dass ich den Fall dort gemeldet habe) bislang offenbar gar nicht eingebunden hat, obwohl ich sowohl die Premium Selection Garantie als auch aktuell die Repair Inclusive Garantie habe. Heißt im Klartext: Die ganze Aktion läuft seit bald einem Jahr offenbar auf BMW-Kulanz.


    Was mich dabei besonders nervt: Gehen wir mal davon aus, ich würde das Auto bei BMW in Zahlung geben — dann wird es am Ende vermutlich 1:1 so weiterverkauft. BMW schafft es bei vielen anderen Betroffenen offenbar immer wieder, ihnen zu erzählen, dass das alles normal sei. Das Problem ist nur, dass eben nicht jeder ein NVH-Messgerät hat und man dann schnell bei einem reinen „Aussage gegen Aussage“ landet. Und ganz ehrlich: Wir reden hier nicht über irgendeine 500-Euro-Kiste, bei der man so etwas achselzuckend hinnimmt. Zumal wir hier nicht über irgendein billiges Alltagsauto sprechen, sondern über ein Fahrzeug in einer Preisklasse, in der man so etwas nicht einfach hinnehmen muss — insbesondere dann nicht, wenn die Auffälligkeit bei vergleichbaren Fahrzeugen eben nicht vorhanden ist.


    Mit einem Plan B in der Hinterhand fühle ich mich inzwischen aber schon etwas besser — auch wenn es am Ende wohl eher kein Dacia werden dürfte ;).

    VG
    Christoph

  • Hi Zusammen,


    wollte mich nach längerer Zeit auch mal wieder melden.


    Selbes Problem, Vibrationen ab 100, besonders stark bis 140.


    Bei meinem Fahrzeug wurden die Radnaben (glaube nur vorne) & komplett alle Bremsen getauscht da es zwischenzeitlich so schlimm war dass das Fahrzeug beim Bremsen extrem das Vibrieren angefangen hat.



    Ich habe das Fahrzeug allerdings gebraucht gekauft und BMW hat herausgefunden dass es wohl vorne einen Unfallschaden gab (was deren Erklärung für die beschädigten Naben war).


    > die Vibrationen zwischen 100-140 sind weiterhin zu spüren.


    Ich habe das selbe Problem wie mein Vorredner: Ich will das Fahrzeug nicht verkaufen und das Problem auf den nächsten übertragen….


    LG

  • Hallo Christoph,


    ein anderes Auto zu suchen wäre ungleich teurer als 4 Bremsscheiben.


    Die andere Sache ist "Rücken". Da ist es sehr individuell was für dich passt.

    Es gab in der Vergangenheit bei verschiedenen Herstellern AGR Sitze. Bei Opel waren die toll.

    Es geht da aber um die Sitzhöhe wegen ein und aussteigen, Abstände und Winkel zu Pedalen und Lenkrad. Dann noch das Auto selbst mit einer ordentlichen Fahrwerksabstimmung und eher hohen Reifen.


    Das alles ist aber nicht auf 30 Minuten Probefahrt machbar. Sitze und die Position kann man statisch testen, Der Rest geht mit Auto mieten oder sehr langer Probefahrt.

    Erfahrungsgemäß sind auch ältere Oberklasse Fahrzeuge keine schlechte Wahl wenn es um Fahrkomfort geht.

  • Dann melde ich mich auch mit einem Update zu der Vibrationsproblematik.

    Ich habe heute, nach vier Monaten, mein Auto abgeholt und bin mit dem Ergebnis recht zufrieden.

    Der Ablauf war, zwei Monate hatte das Autohaus (keine BMW-Vertragswerkstatt) es auf eigene Faust probiert. Getauschte Teile hatte ich bereits im erwähnt. Mit einem Teilerfolg.

    Nach Ankündigung zum Wandeln, haben sie es dann an BMW-Vertragswerkstatt abgegeben. Die gaben vor was zu tun ist, der Autohändler hat es dann gerichtet. Auch ein Grund, wieso es so lange gedauert hat. Hier wurden erst die beiden Vorderreifen beim Huntern moniert. Also neue Reifen drauf => Vibrationen! Darauf hat der Händler kompletten Radsatz neu bestellt! Alle vier Felgen/Reifen. Montiert => Vibrationen! Auto zum BMW-H. Räder gehuntert, beide Vorderreifen moniert. BMW-H. bestellt zwei neue Reifen (alle Reifen waren und sind Pirelli BMW-Stern-Runflat), matcht, huntert, befindet diese als i.O. => noch leichte Vibrationen! BMW-München wurde hinzugezogen. Nach eine "Audio-Aufnahme" empfiehlt dieser die Antriebswelle links zu tauschen (RWD). BMW-H. sagt das Auto ist nun i.O., kann abgeholt werden. Restliche, eventuell wahrnehmbare Vibrationen seien "Stand der Technik". Mein Händler holte den Wagen ab und meinte es ist fast weg, jedoch nicht ganz. Hm. Wenn ich also wandeln wolle, ok.

    Wir haben ausgemacht, ich fahre den Wagen, verschaffe mir ein Bild und entscheide dann. Was soll ich sagen, ich finde die Vibrationen nun zu 95-98% weg! Das Lenkrad vibriert gar nicht, lediglich ein ganz schwaches, kaum bis gar nicht, wahrnehmendes Vibrieren bei ca. 140km/h. Wenn man hierauf nicht sensibilisiert wäre, würde es nicht auffallen. Aktuell kann ich damit leben. Auch haben wir uns über einen nachträglichen Preisnachlass geeinigt, mit dem ich einverstanden bin.

    Hier zu muss ich sagen, ich habe den Wagen in den vier Monaten nicht gefahren, kann also nicht genau sagen was am meisten zur Behebung der Vibrationen beigetragen hat. Die Hauptgründe würde ich so einstufen: Defekte Antriebswelle, Krume Felgen, schlechte Reifen, verdrückte Alutöpfe der Bremsscheiben. Hinten sind noch die "alten" Scheiben drauf. Werde die bei Gelegenheit in der Fa. innen leicht planen, bis der Radnabenabdruck weg ist. Eventuell hole ich mir diese "Reibkrafterhöhende" Scheiben und baue die dazwischen. Denke/Hoffe, dann sollte es mit dem Vibrationsproblem endgültig vorbei sein.

    PS1: Lösemoment der Radschrauben heute (nach BMW-Werkstatt) >190Nm! Mit 160Nm ließen sich die Schrauben auch nicht nachziehen! Soviel dazu, dass die nicht mit Schlagschrauber die Dinger "anknallen".

    PS2: Habe die Felgen mit Messuhr auf Schlag vermessen. Ca.-Werte: VL-0,2mm, VR-0,2mm, Hl-0,4mm, HR-0,3mm. Vorne neue Bremsscheiben, hinten die alten. Alle Felgen sind neu.

    Schöne Zeit noch.

  • PS1: Lösemoment der Radschrauben heute (nach BMW-Werkstatt) >190Nm! Mit 160Nm ließen sich die Schrauben auch nicht nachziehen! Soviel dazu, dass die nicht mit Schlagschrauber die Dinger "anknallen".

    Nur soviel dazu: Das ist korrekt so.

    Während man mit 140 Nm anzieht überwindet man nur Gleitreibung. Wenn du dann stoppst und wieder weiter anziehen möchtest musst du nicht nur die Gleitreibung überwinden, sondern auch die Haftreibung. Bis sich die Schraube wieder bewegt sind also deutlich höhere Drehmomentwerte erforderlich. Und ein herkömmlicher Drehmomentschlüssel kann das Lösemoment nicht korrekt bestimmen.