Ich glaube, du machst es dir da etwas zu einfach. Es geht den meisten Kritikern nicht darum, dass Sicherheitssysteme grundsätzlich schlecht sind. Gurt, ABS oder Airbag greifen in klaren Notsituationen ein oder schützen passiv. Viele moderne Assistenten dagegen piepen, bremsen, lenken oder bevormunden auch dann, wenn sie die Situation falsch interpretieren.
Der Punkt ist also nicht: „Ich will keine Sicherheit.“ Der Punkt ist: Wenn Systeme verpflichtend sind, sich nach jedem Start wieder aktivieren und in der Praxis fehleranfällig oder nervig sind, dann darf man das kritisieren, ohne gleich als jammernder Wohlstandsbürger abgestempelt zu werden.
Ein Menschenleben retten zu wollen ist ein starkes Argument. Aber damit kann man nicht automatisch jede Pflichtmaßnahme rechtfertigen. Sonst könnte man fast jede Form von Kontrolle im Auto begründen. Die eigentliche Frage ist: Bringt das System nachweislich mehr Sicherheit, funktioniert es zuverlässig, und bleibt der Fahrer trotzdem verantwortlich und handlungsfähig?
Ich merke außerdem bei mir selbst, dass diese ganzen Assistenzsysteme einen beim Autofahren auch unaufmerksamer machen können. Wenn ständig etwas warnt, korrigiert oder eingreift, verlässt man sich irgendwann leichter darauf — oder ist eher mit dem System beschäftigt als mit der Straße.
Genau darüber sollte man diskutieren — nicht darüber, ob Kritiker angeblich nur zu faul sind, „zwei Knöpfchen“ zu drücken.