Motorölfreigabe G8X mit S58 OPF Motor

  • Kleiner Beitrag zum Thema Werksöl (W30) vs. W40 aus Tuning-Sicht.

    Ich weiß nicht, wer schon davon gehört hat, aber bei den B58- und S58-Motoren gibt es das sogenannte „Cam Walk“-Phänomen.

    Das bedeutet, dass die Auslass-Nockenwelle unter höherer Last dem Sollwert nicht mehr folgen kann und mehr oder weniger stark davon abweicht oder eventuell komplett wegdriftet.

    Das Endergebnis ist, dass das VANOS-System nicht richtig arbeitet, was zu Leistungsverlust und auch zu Fehlercodes führen kann.

    Die Ursache: beim S58 treibt die Auslass-Nockenwelle die zwei Hochdruck-Kraftstoffpumpen (HPFP) an. Wird der Motor getunt, muss die Pumpe mehr Kraftstoff liefern, und dadurch wird der mechanische Gegendruck auf die Nockenwelle massiv erhöht.

    Das Interessanteste an der ganzen Sache ist, dass sich damit im Grunde kaum jemand beschäftigt, obwohl das bereits bei einer MHD OTS Stage 2 vorkommt (ungäfähr ab 27-28 PSI LD).

    Es gibt einige LÖsungsansätze wie z. B. die Erhöhung des Öldrucks, aber die echte Lösung wäre eine Port Injection , die die HPFP entlastet.

    Da ich den Öldruck noch nicht anheben wollte, dachte ich mir, ich gebe dem Ravenol RUP 5W-40 eine Chance, da das dickere Öl theoretisch dabei helfen könnte, die Situation zu stabilisieren. (haben zumindest viele behauptet)

    Ergebnis : im oberen Drehzahlbereich sind die schon mit 100-Oktan-Benzin sichtbaren Schwingungen fast vollständig verschwunden.

  • Interessante Beobachtung- darf ich fragen, ob auch andere Parameter identisch waren? Also Motor beide Male komplett durchgewärmt und auf Betriebstemperatur und frisches W40 gegen frisches W30?

    Die Motoröltemperatur lag in beiden Fällen um die 100°C ( 5W40 bei 98°C und 0W30 bei 100°C gemessen)

    Das 5W40 wurde erst diese Woche eingefüllt, ich bin damit also erst rund 200 Kilometer gefahren.

    Der Vergleichslog stammt von einem Km-Stand von etwa 6.000–7.000 km, also das Öl, das nach dem ersten 2.000-km-Service eingefüllt wurde, hatte schätzungsweise 4.000–5.000 km runter.

    Wenn nach dem ersten 30.000er-Service wieder frisches 30er-Öl reinkommt, werde ich das natürlich noch mal checken. Ich glaube allerdings nicht, dass sich das innerhalb von 5.000 km so stark verändert.

    Bei einem Freund mit ähnlichem Ladedruck funkioniert übrigens 0W30 auch perfekt, bei ihm hat allerdings der Tuner ( Mike Ball von Tom Wrigley Performance) den Öldruck von 90-95PSI auf 110PSI eröht.

  • Die Motoröltemperatur lag in beiden Fällen um die 100°C ( 5W40 bei 98°C und 0W30 bei 100°C gemessen)

    Das 5W40 wurde erst diese Woche eingefüllt, ich bin damit also erst rund 200 Kilometer gefahren.

    Bitte nicht vergessen das RUP ist nicht mit einem einfachen 5W-40 zu verwechseln das gerne auch nur ein 5W-35 ist. Dadurch hat RUP im höheren Temperaturbereich eh schon positive Eigenschaften. Das Öl wird ja nicht durch Zufall empfohlen wenn hohe Kräfte auftreten.

  • Bitte nicht vergessen das RUP ist nicht mit einem einfachen 5W-40 zu verwechseln das gerne auch nur ein 5W-35 ist. Dadurch hat RUP im höheren Temperaturbereich eh schon positive Eigenschaften. Das Öl wird ja nicht durch Zufall empfohlen wenn hohe Kräfte auftreten.

    Erstmal: Es gibt in der SAE-Klassifikation kein 5W-35 Öl


    Ich vermute aber du möchtest eigentlich sagen, dass die Viskosität bei 100°C (Heißviskosität) von einem "einfachen" 5W-40 eher in Richtung 5W-30 tendiert, was im Gegensatz dazu beim Ravenol RUP 5W-40 nicht der Fall sein soll.

    Das ist aber falsch. Das RUP ist bekannt dafür, dass es ein relativ "dünnes" 40er Öl ist und das ist mit der letzten API SP Version nochmal deutlicher geworden. Hatte die Vorgängerversion mit API SN noch eine Heißviskosität von 14,3 mm²/s, so hat die aktuelle API SP Version nur noch eine Heißviskosität von 13,2 mm²/s (Angaben von Ravenol selbst).

    Zur persönlichen Eingruppierung für jeden selbst:

    Ein 40er Öl muss eine Heißviskosität zwischen 12,5 mm²/s und unter 16,3 mm²/s aufweisen

    Ein 30er Öl muss eine Heißviskosität zwischen 9,3 mm²/s und unter 12,5 mm²/s aufweisen

    Der Sprung liegt bei 12,5 mm²/s

    Damit ist die aktuelle Abfüllung vom RUP 5W40 deutlich näher an einem 30iger Öl als an einem 50iger Öl.


    Dem gegenüber gibt es aktuelle Analysen von Frischöl BMW TwinPower Turbo Longlife-04 0W-30 in der API SP Version, welche dem Öl eine Heißviskosität von 12,27 mm²/s bescheinigen (BMW selbst macht soweit ich weiß keine offiziellen Angaben hierzu).


    Zusammenfassend: Das RUP ist ein 40er Öl, das sehr nahe am 30er liegt und das genannte BMW Öl ist ein 30er Öl, das extrem (!) nahe am 40er liegt.


    Quelle:

    RAVENOL RUP Racing Ultra Performance SAE 5W-40
    RAVENOL RUP Racing Ultra Performance SAE 5W-40 wurde gemeinsam mit Ralf Schumacher für den Motorsport entwickelt und ist für die harten Bedingungen im Renn...
    ravenol.de


    https://www.oil-club.ru/forum/topic/94385-bmw-twinpower-turbo-longlife-04-0w-30-svezhee-germanija/?utm_source=oil-club.de&utm_medium=referral&utm_campaign=oil-club.de&utm_referrer=oil-club.de



    Edit: Ich möchte damit explizit NICHT sagen, dass das RUP kein gutes Öl wäre, ganz im Gegenteil.

  • Die Motoröltemperatur lag in beiden Fällen um die 100°C ( 5W40 bei 98°C und 0W30 bei 100°C gemessen)

    Das 5W40 wurde erst diese Woche eingefüllt, ich bin damit also erst rund 200 Kilometer gefahren.

    Der Vergleichslog stammt von einem Km-Stand von etwa 6.000–7.000 km, also das Öl, das nach dem ersten 2.000-km-Service eingefüllt wurde, hatte schätzungsweise 4.000–5.000 km runter.

    Wenn nach dem ersten 30.000er-Service wieder frisches 30er-Öl reinkommt, werde ich das natürlich noch mal checken. Ich glaube allerdings nicht, dass sich das innerhalb von 5.000 km so stark verändert.

    Bei einem Freund mit ähnlichem Ladedruck funkioniert übrigens 0W30 auch perfekt, bei ihm hat allerdings der Tuner ( Mike Ball von Tom Wrigley Performance) den Öldruck von 90-95PSI auf 110PSI eröht.

    Danke dir für die Infos.

    Mir ging es tatsächlich weniger um die Öltemperatur als vielmehr darum, ob der Motor wirklich durchgewärmt war. Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es ja um sehr geringe Toleranzen und ich könnte mir vorstellen, dass hier bereits geringste Abweichungen durch Wärmeausdehnung einen Einfluss haben.

    Der andere Teil der Frage zielte tatsächlich darauf ab, ob das "alte" Öl hinsichtlich seiner Viskosität bereits eingebüßt hatte.

    Es wäre also bestimmt spannend den Test vor dem nächsten Ölwechsel nochmal zu wiederholen, wenn das 5W40 "aufgebraucht" ist und das 0W30 frisch. Also wieder zwei Messungen kurz vor und nach dem Ölwechsel.