Die Hinweise auf Tempolimits hat aber gerade BMW auch extrem schludrig umgesetzt. Fehlerhafte Hinweise, in den allermeisten Fällen Fällen wird eine niedrigere Geschwindigkeit angezeigt als aktuell beschildert, nur ausgerechnet in der Schweiz aber regelmäßig eine zu hohe, sind Legion. Damit wird die Funktion, eine Geschwindigkeit automatisch übernehmen zu lassen, ad Absurdum geführt.
Man muss hier schon zwischen Kartenmaterial und dem Assistenzsystem selbst unterscheiden. Ich hab in meinem i4 alles auf "automatisch übernehmen" und fahre damit wirklich sehr gut, wurde auch noch nie deswegen geblitzt, auch wenn ich vermutlich eine Hand voll Situationen hatte, wo das hätte passieren können. Warum ist es das nicht? Weil wir immer noch von Level 2 sprechen und ich als Fahrer in der vollen Verantwortung bin. D.h. natürlich muss ich weiter mit auf die Schilder schauen und entsprechend eingreifen bzw. eben den DAP deaktivieren, wenn er auf einen Blitzer zubeschleunigt.
Das System ist genial gut, nur die Informationsbasis eben nicht, die hat eben einfach Fehler, die dann zu Falscherkennung etc. führen können.
Während man aber beim DAP das An- und Abschalten kann, hat die EU eben ein System gebracht, wo man das nicht mehr dauerhaft kann. Ein System, das die gleiche fehlerhafte Datenbasis nutzt, das nur temporär abschaltbar ist und das noch deutlich VOR tatsächlichem Erreichen der gewünschten Geschwindigkeit den Fahrer warnt bzw. nervt. Das ist genau das Gegenteil von dem, was BMW gebaut hat. Das System ist nicht im Hintergrund und hilft dem Fahrer, sondern schreit den Fahrer an, sobald er versucht, die erlaubte Geschwindigkeit zu fahren, weil die älteren Fahrzeuge hinter ihm bereits dicht auffahren. Quasi ein kleiner EU-Aufpasser, der nur dafür da ist, den Fahrer zu nerven und schlussendlich eben zu bevormunden. Das Fahrzeug bzw. dieses EU-System erschwert meine freie Entscheidung, mit dem Auto so schnell fahren zu können, wie ich möchte. Ein guter Kumpel von mir sagt immer "Die EU ruft an", wenn das Gebimmel los geht.
Wobei man hier dazu sagen muss, dass es ja unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten gibt, die einen bevormundender als die anderen. Ich meine Volvo hat z.B. die Umsetzung übers Gaspedal gewählt, d.h. dort kann man dann einfach - abgesehen vom Kickdown - nicht mehr Gas geben als erlaubt ist. Ist in meinen Augen das perfekte Beispiel für Bevormundung und wie BMW das richtig gemacht hat. Denn bei BMW kann ich auch den Limiter mit automatischer Übernahme aktivieren und dann macht er genau das, was das Volvo-System macht, nur eben besser. Selbst wählbare Toleranz, manuelle Aktivierung, etc. Aber ich kann ihn eben auch einfach dauerhaft deaktivieren bzw. umgekehrt muss ihn aktiv einschalten, während das Volvo-System das eben immer macht.
Zusammengefasst bleibe ich dabei, dass gerade die ISA ein Umsetzungsproblem hat. Die Idee, ein solches System verpflichtend in alle Fahrzeuge einzubauen, um grobe Geschwindigkeitsüberschreitungen zu vermeiden und Unfälle zu reduzieren halte ich für absolut sinnvoll - und leider muss man unsere Autobauer zu manchen Dingen auch zwingen. Aber dieses System darf eben nicht so einschränkend und bevormundend sein, wie es aktuell der Fall ist. In meinen Augen gehören da an die 10% Toleranz rein. Damit dürften die meisten Autofahrer einverstanden sein und sich dann auch tatäschlich einfach gewarnt fühlen, wenn das Ding reagiert, weil man z.B. ein Schild übersehen hat. Aber eben nicht so, wie es aktuell ist, denn so nervt es einfach nur solange, bis es jeder deaktiviert und die Folge ist, dass Leute sich bewusst ältere Fahrzeuge ohne diese Systeme kaufen, die ja eigentlich für die Sicherheit gedacht waren, oder man mehrere Threads zur dauerhaften Deaktivieren in fast allen großen Foren hat.
Ich sehe das vergleichbar wie der Spurhalteassistent: im i4 hab ich den noch nie ausgeschaltet, weil er einfach super zu meinem Fahrstil passiert und nur sehr selten mal eingreift. Ich blinke aber auch immer, schneide so gut wie nie irgendwelche Kurven o.Ä. Gleichzeitig gibt es auch viele hier im Forum, die ihn deaktivieren. Aber: Das ist eben nicht die Mehrzahl, das ist ein kleiner Teil aller Fahrer dieses Models, die vom Spurhalteassistent eine Bevormundung verspüren und ihn deswegen ausschalten - während die meisten dieses System an haben. So könnte es auch beim ISA sein, wenn der alltagstauglich gebaut worden wäre. Aber stattdessen kenne ich kaum jemanden, der das Ding nicht deaktiviert, wenn er losfährt oder spätestens beim ersten Piepsen. Bestes Beispiel ist meine Mom: Sie hatte sich mit dem Born vor ein paar Jahren gewünscht, dass wir ihr eine Tempolimitwarnung einstellen, die ihr dabei hilft, rechtzeitig zu merken, wenn das Auto "zu schnell" für sie ist. Bis heute ist das aktiv und warnt sie, wenn sie mal wieder etwas zu schnell ist. Das EU-System im neuen Auto von meinem Dad ist aber absoluter Endgegner, wo sie sich schon gemerkt hat, wie sie den Mist deaktiviert bekommt, weil es eben einfach immer triggert, auch wenn man eben nicht zu schnell fährt.