Beiträge von Toscha42

    Wir hatten mal im Rahmen einer Instruktorentagung, zu der Zeit als BMW überlegte, RFTs serienmäßig einzuführen, die Möglichkeit, in einem Doppel-Blind-Versuch folgende Vergleiche zu fahren, Ort war der Handling-Kurs des Messgeländes Aschheim, Fahrzeuge waren E65:

    - Reifen ohne RFT

    - RFT

    - RFT mit massiver Beschädigung (Flanke innen über ca. 10 cm aufgeschlitzt) an einem Rad


    Als Ergebnis stellte sich heraus, das lediglich ein Teil derjenigen Instruktoren, die hobbymäßig Rennsport betrieben, die Reifen richtig zuordnen konnte. Aber nicht einer von uns Instruktoren konnte mit Sicherheit herausfühlen, welcher Reifen der beschädigte war.

    DNS hatte m. W. keinerlei Gutachten; BMW gibt üblicherweise keine heraus. Er hatte aber wohl einen sachkundigen Prüfer, der dem Argument, eine Felge, deren Traglast für die Hinterachse ausreicht, solle wohl auch für vorn 'stabil' genug sein, aufgeschlossen gegenüber stand. Der Rest war dann Prüfung auf Freigängigkeit, Verschränkung etc., wie es auch bei einer entsprechenden Abnahme bei Vorliegen einer ABE bzw. eines TG üblich wäre.

    RFT-Reifen sind perfekt für Otto-Normal-Fahrer. Auf der Rennstrecke haben die aber eher nichts verloren, aus nachvollziehbaren Gründen.

    Und die sind gefühlt natürlich auch nicht für die Klientel geeignet, die glauben, einen Unterschied zu spüren. Aber für die gibt es genug Nicht-RFT-Reifen.

    Sicher, im Fahrzeug siehst du beim Betrieb, ob der z. B. eine BMW-Händlernummer hat. Wie eine freie Werkstatt da angezeigt wird, weiß ich allerdings nicht.

    Und durchführen darf jeder Fachbetrieb, da gilt als Nachweis ggf. auch eine Rechnung über die durchgeführte Wartung. Nur zur Meldung des Services an BMW, und damit die Übernahme ins Fahrzeug, benötigt eine freie Werkstatt eine kostenpflichtige Lizenz. Die sparen manche Betriebe sich.

    Mein „neuer“ 320d (EZ 01/2022) hat knapp 86k km und zwei Jahre Premium Selection.

    Ich habe vor dass Fahrzeug so lang es geht zu fahren, werde dementsprechend auch die nötigen Ölwechsel, Bremsen etc. zukünftig selbst erledigen, da ein gepflegtes Serviceheft dann auch keine große Rolle mehr spielt.

    Wenn du die Premium-Selection in Anspruch nehmen wolltest, sollte zumindest die Regelwartung in Fachbetrieben durchgeführt werden; das müssen aber nicht zwingend BMW-Betriebe sein. Mit entsprechender Lizenz können die eine vorgabengerechte Wartung auch an die BMW-Systeme melden, und sie würde dann auch im Fahrzeug angezeigt, und du hättest im Fall einer entsprechenden PS-Anfrage keine Probleme zu erwarten. Das ist EU-Recht.


    BMW gilt als vergleichsweise großzügig was die Gewährung von Kulanz angeht; als Faustformel gilt, Kulanz gibt es bis 100.000 km oder für fünf Jahre nach Erstzulassung. Da Kulanz eine freiwillige Leistung des Herstellers ist und somit keinem EU-Recht unterliegt, behält sich BMW vor, Kulanz nur zu gewähren, wenn es eine lückenlose Wartungshistorie bei BMW-Betrieben gibt. Aber auch da scheint es Ausnahmen zu geben, worauf man sich selbst aber eben nicht berufen kann.