Siehe Bremsbeläge, die eine Abweichung von maximal 15% erlauben, allerdings negativ wie positiv.
Ein Bremsbelag mit einem mehr als 15% besseren Reibwert, wie Endless, ist nicht zulassungsfähig…
Ich bin da ehrlich gesagt zwiegespalten. Auf den ersten Blick bin ich bei dir. Aber wenn man es mal genauer betrachtet macht das durchaus Sinn. Zum einen sind 15% Abweichung vom Serienzustand bei einem sicherheitsrelevanten Bauteil aus meiner Sicht schonmal recht großzügig. Und ich glaube auch nicht, dass dadurch irgendwelche mechanische Komponenten durch Krafteinwirkung Probleme bekommen. Dafür ist der Sicherheitsaufschlag großzügig genug kalkuliert und andere Einflüsse auf die Bauteile verursachen höhere Belastungen. Den Wärmeeintrag könnte man diskutieren - aber auch da hat jemand wahrscheinlich Max Mustermann berücksichtigt, der die 1.500 Höhenmeter die Passstraße runter mit durchgängig leicht schleifender Bremse im manuellen Modus im höchsten Gang zusammen bremst.
Was aber niemand von uns und auch nicht vom Dritthersteller beurteilen kann ist die Auslegung der Steuerungs- und Regelungstechnik, welche im Hintergrund die unzähligen Daten der doch recht umfangreichen Sensorik auswertet und ggf. eingreift. Ebensowenig wie sich das Fahrzeug mit einer ungeplant hohen Bremsleistung verhält. Treten da bei Nutzung der vollen Bremsleistung mit UHP Reifen auf Rennstreckenbelag negative Beschleunigungswerte auf, welche vom System nicht erwartet werden und damit als unplausibel vom ESP gewertet werden und bei der Berechnung außen vor bleiben? Wird das Heck bei Bremsungen bei Kurvenfahrt unerwartet leicht, wodurch die Seitenführungskräfte auf der Hinterachse nicht mehr ausreichend sind? Man hat da ein ziemlich komplexes Gesamtsystem und wenn man da eine Komponente deutlich abseits der Auslegung betreibt, dann kann das durchaus negative Auswirkungen haben. Blöderweise meist genau dann, wenn man die Systemgrenzen erreicht und unerwartetes Verhalten am allerwenigsten gebrauchen kann.