Während der BMW Premium Selection-Garantie (typischerweise Jahr 4 und 5) kann es passieren, dass BMW ein Bauteil auf Kulanz tauscht. Klingt erstmal super – ist es kurzfristig auch. Was viele aber nicht wissen: Ein Kulanz-Tausch heißt nicht automatisch, dass das ersetzte Teil anschließend wieder „neu“ abgesichert ist – also z. B. dass eine zusätzliche 2-Jahres-Laufzeit startet oder dass du zumindest eine saubere Absicherung bis zum Ende der laufenden Garantie hast, wie viele das erwarten. Und wir reden hier nicht über 50-€-Kleinkram, sondern teilweise über Teile, die 3.000–4.000 € kosten können.
Was es zusätzlich schwierig macht: Oft wirst du gar nicht aktiv darüber informiert, ob der Tausch über die PSG läuft oder als Kulanz verbucht wird. Du bekommst am Ende einfach die Info „ist erledigt“ – und erst später merkst du, welche Abrechnungsart dahintersteckt. Meiner Meinung nach ist das nicht zufällig: Mit der Kulanz-Lösung kann BMW sich im Zweifel extrem viel Geld sparen, weil eben nicht die gleiche Absicherung/Logik wie bei einem „sauberen“ Garantiefall greift.
Und genau hier entsteht das Problem: In der Praxis heißt es dann oft, die PSG (bzw. Premium Selection) hätte den Austausch abgelehnt und würde „höchstens den Einbau“ zahlen – das Teil übernimmt BMW dann „ausnahmsweise“ auf Kulanz, oder auch einfach ganz „freiwillig“ auf Kulanz (obwohl das in vielen Fällen aus Kundensicht ein typischer PSG-Fall wäre). Viele sind damit völlig zufrieden: Hauptsache repariert, und man spart Geld.
Blöd wird es dann, wenn das gleiche Teil nach kurzer Zeit wieder ausfällt – zum Beispiel nach einem halben Jahr. Wenn die PSG/Premium Selection bis dahin vielleicht schon ausgelaufen ist, stehst du im Zweifel ohne Anspruch da. Denn offiziell lief die Sache eben nicht als sauberer Garantiefall, sondern als Kulanzlösung – und damit ist die erwartete Absicherung für das Ersatzteil nicht eindeutig bzw. oft schlicht nicht gegeben. Dann beginnt die Diskussion: „War Kulanz“, „ist leider vorbei“, „können wir nichts machen“ – und am Ende zahlst du womöglich aufgrund "Kulanz" alles selbst. Und wenn das Problem z. B. am Ende der Premium Selection aufgetreten ist und du inzwischen Repair Inclusive hast, heißt es dann gern, dass der alte Fehler ja noch aus der PSG-Zeit stammt – und Repair Inclusive da nichts machen kann.
Mein Tipp: Wenn in Jahr 4/5 ein Teil getauscht werden soll, unbedingt vorher klären und schriftlich festhalten lassen, wie es abgerechnet wird (Garantie/PSG vs. Kulanz) und welche Absicherung du für das neue Bauteil danach tatsächlich hast. Lasst euch idealerweise auch die Abrechnungsart auf dem Auftrag/Rechnungsbeleg bestätigen. Kurzfristig „geht schon irgendwie“ kann langfristig teuer werden.
Dankt mir später.
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