Einleitung Geräusche
Viele beschreiben ihr Problem zunächst nur allgemein als Geräusch, ohne genauer sagen zu können, wo, wann und in welchem Bereich es auftritt. Für eine sinnvolle Einordnung sind jedoch genauere Angaben wichtig. Deshalb habe ich euch Möglichkeiten zusammengestellt, mit denen sich auffällige Geräusche am Fahrzeug einfacher und möglichst objektiv erfassen und beschreiben lassen.
Mit einer passenden App und einem geeigneten Mikrofon lassen sich Auffälligkeiten oft schon deutlich besser einordnen, ohne dass dafür teures NVH-Equipment nötig ist.
Ich möchte das Ganze so einfach erklären, dass man auch ohne spezielles Vorwissen etwas damit anfangen kann. Ziel ist, dass ihr Geräusche sichtbar machen, einem Frequenzbereich zuordnen und Auffälligkeiten dadurch deutlich besser eingrenzen könnt.
Für das Thema Vibrationen / Schwingungen habe ich zusätzlich einen separaten Thread erstellt.
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen
- Kurze Einordnung
Messung vorbereiten
- App herunterladen
- Mikrofon auswählen
- Wasserfall-Diagramm kurz erklärt
- Wichtige App-Einstellungen kurz erklärt
- Testlauf
Messung anwenden
- Mikrofon richtig platzieren
- Geräusche grob einordnen
- Messergebnisse sinnvoll posten
- Zusatz: Live-Monitoring im Auto
- Wichtiger Hinweis
1. Kurze Einordnung
NVH steht für Noise, Vibration, Harshness und beschreibt Geräusche, spürbare Schwingungen und den daraus entstehenden Gesamteindruck im Fahrzeug.
In diesem Thread geht es vor allem um Schall, also hörbare Geräusche im oder am Fahrzeug. Das kann zum Beispiel ein Brummen, Dröhnen, Summen, Sirren, Pfeifen, Fiepen, Rasseln, Klappern oder Schleifen sein.
Wichtig ist dabei vor allem:
- wann das Geräusch auftritt
- wo gemessen wird
- bei welchem Betriebszustand es auftritt
- in welchem Frequenzbereich es liegt
- wie sich das Geräusch mit Geschwindigkeit, Drehzahl oder Last verändert
Zur groben Orientierung:
- 20–80 Hz: tiefes Brummen oder Dröhnen
- 80–250 Hz: kräftige tiefe Geräusche
- 250–800 Hz: rauere, deutlich hörbare Geräusche
- 800–2.000 Hz: klare Töne, Summen oder Sirren
- 2.000–5.000 Hz: Pfeifen, Fiepen oder schärfere Geräusche
- > 5.000 Hz: sehr hohe, oft spitze Geräusche
Wer ein Gefühl für verschiedene Frequenzen bekommen möchte, kann diese mit dem Tone Generator von Szynalski direkt anhören.
Zusätzlich ist nicht nur die Frequenz interessant, sondern auch die Stärke des Geräuschs, also der Pegel, der je nach App oft in dB dargestellt wird.
Wichtig: Diese Bereiche dienen nur der groben Orientierung. Entscheidend ist immer der Zusammenhang mit Geschwindigkeit, Drehzahl, Lastzustand und Messort.
2. App herunterladen
Ladet euch zuerst die kostenlose App SpectrumView herunter: für iOS im App Store oder als einfaches Pendant Spectroid für Android bei Google Play.
Für die kostenlose Version von SpectrumView gibt es einige In-App-Käufe für zusätzliche Funktionen. Die Vollversion SpectrumView Plus gibt es für iOS ebenfalls im App Store. Unter anderem findet ihr weitere Informationen zur App auch auf der Oxford-Wave-Research-Webseite.
Ich würde trotzdem erstmal die kostenlose Version testen, um zu prüfen, ob die App auf eurem Smartphone sauber läuft und mit eurem Mikrofon wie gewünscht funktioniert. Spectroid ist für Android bereits kostenlos.