Firmenleasing, geldwerter Vorteil und Eigenanteil

  • Hallo zusammen,


    ich hätte eine vielleicht etwas speziellere Frage bei der mir vielleicht jemand weiterhelfen kann.


    Beispiel:
    Bruttolistenpreis: 68.000,-
    Nettoleasingrate: 550,-
    Arbeitnehmereigentanteil: 150,-


    Ich hab das für mich mal in einer Excel-Tabelle durchgerechnet und hierbei ist mir aufgefallen, dass ein Eigenanteil erstmal nach viel aussieht aber im Netto kaum einen Unterschied macht.


    Im oben genannten Beispiel macht das ca. 5,- Euro im Monat Nettounterschied aus laut meiner Excel-Liste, da der Arbeitnehmeranteil den zu versteuernden Geldwerten Vorteil reduziert.


    Meine Dienstwagenregelung ist u.a. an einer maximalen Nettoleasingrate gekoppelt und der G20 ist in der Leasingrate ziemlich teuer.Deshalb komme ich um einen Eigenanteil wohl nicht drum rum, was aber laut meiner neuesten Rechnung kaum ein Unterschied macht.



    Die Frage die sich mir jetzt stellt ist ob ich hier einen Denkfehler/Rechenfehler irgendwo habe?


    Evtl hat das schon jemand für sich ebenfalls durchgerechnet oder kennt eine Seite wo man das durchrechnen lassen kann.

  • Danke für den Link


    Hier kommen ganz andere Zahlen raus und der Eigenanteil schlägt auch im Netto deutlich stärker zu was einen Firmenwagen für mich noch unrentabler macht.


    Ich verstehe immer noch nicht so ganz weshalb viele immer ganz scharf sind auf einen Firmenwagen.
    Für mich ist ein Firmenwagen ein Luxusobjekt, mit meinem aktuellen Privatwagen (Golf TDI) komme ich deutlich günstiger weg.


    Ich müsste pro Jahr ca. 20.000 km zusätzlich Privat fahren damit sich ein Firmenwagen bei mir rechnet (Sprit ist inkl.)


    Ein Firmenwagen rechnet sich nur wenn man einen Privatkauf mit in die Kalkulation einbezieht.
    Für die laufenden Kosten ist ein Privatwagen in den meisten Fällen günstiger als ein Firmenwagen.

  • Habe die Frage nicht ganz verstanden aber die Rechnung sieht wie folgt aus:


    • BLP 68.000
    • Leasingrate (dein Anteil): 400€ im Monat
    • GwV bei 1%: 680€ - 400€ = 280€ im Monat zu versteuern
    • Nach Versteuern: 280€ x persönlicher Spitzensteuersatz (Grenzsteuersatz, nicht zu verwechseln mit dem durchschn. Steuersatz), z.B. 0,37 = 104 € netto (Bei Singles ist er idR bei 42% bei verheirateten in günstigen Klassen je nach Gehalt 33-40%)
    • Km zur Arbeit (z.B. 15km): 15 x 0,0003 x 68.000 = 306€ x pers. Steuerspitzensatz (z.B. 0,37) = 113€ netto

    Summe: 400€ + 104€ + 113€ = 617€ Netto pro Monat sind ungefähr fällig

  • Dann sieht die Rechnung für dich noch besser aus. Bei oben genannten Daten kommst du auf ca. 500€ raus im Monat. Das ist ein Spitzenkurs!


    Nach 3 Jahren „verlierst“ du dadurch unter 17.000€. Der Wertverlust meines Superbs ist in den ersten 3 Jahren höher gewesen - ohne Sprit, Reparaturen, Risiko, Mobilitäts-Flatrate, All-in Versicherung ohne Hochstufung, etc. etc. Da gibt es massenweise weitere Gründe für.


    Auf der anderen Seite muss man schon sagen, dass der Staat dir versucht alles aus der Tasche zu ziehen, was geht. In diesem Bsp. bereichert er sich nur an deinem Wagen monatlich um 350€ (!) Dadurch ist es natürlich finanziell nicht sooo lukrativ wie privat einen 4er Golf zu fahren

  • Mein aktuelles Fahrzeug kostet mich pro Monat ca. 100,- Euro
    Inkl. Sprit, Versicherung, Steuer (Wertverlust ist hier nicht mehr relevant, da das Fzg schon älter ist)


    Reparaturen, evtl. 1x neue Reifen und 1x TÜV könnte man noch gegenrechnen auch wenn hier bei mir bei Reparaturen nur Materialkosten ins Gewicht fallen würden, da ich das selber reparieren würde.

  • Alleine schon mit der Versicherung, Steuer und Inspektionen komme ich auf über 100€ im Monat. Dazu kommen natürlich noch ca. 40.000km im Jahr privat dazu.


    Kurz zusammengefasst, bei deine 20km im Monat rentiert sich kein Dienstwagen - Punkt.

  • Wie kommst du jetzt auf 20km im Monat bei mir sind es so 500-600/Monat?


    Wenn ich Privat 40.000km im Jahr fahre, dann sind das ca. 770km pro Woche.
    Wann soll man das fahren - bei meinem beruflichen Stress kann das nur am Wochenende sein das sind doch utopische Werte?



    Wie ich oben schon geschrieben habe, rechnet sich ein Firmenwagen (ohne Eigenanteil) ab ca. 20.000km Jahreslaufleistung also ca. 3x soviel wie ich aktuell fahre.


    Versicherung bin ich schon seit langem bei 30% runter, also maximaler Einsparung - mehr geht nicht was dann 350,- Euro/Jahr sind.
    Steuer sind auch nur 293,- Euro
    Spritverbrauch ca. 6-6,5l/100km Diesel

  • Oh Wunder, der reine Unterhalt für einen alten Golf ist günstiger als Unterhalt+Wertverlust für einen 70K Neuwagen. Das ist ja mal eine Erkenntnis.
    Deine 100€/Monat sind auch, gelinde gesagt, sehr optimistisch. Mit den Angaben die du getätigt hast bist du bei ca. 90€/Monat was heißt, dass du noch 120€/Jahr für TÜV, Inspektionen und Reparaturen übrig hast. Alle 2 Jahre ist die Summe schon mal für den TÜV weg. Also alle 2 Jahre 120€ für Inspektion und Reparaturen?


    Die Vorteile eines Firmenwagens sind immer ein neues Auto, rundum Sorglospaket und Tankflatrate. Wenn einen das nicht juckt oder man fast nicht fährt macht es natürlich keinen Sinn so ein Angebot in Anspruch zu nehmen.


    Um nochmal kurz auf die Rechnung einzugehen. Der Einfachheit nehme ich mal 50% für Steuern und Sozialabgaben an und 10km Arbeitsweg (mehr kann es bei der Fahrleistung ja kaum sein)
    68.000€ * (1% + 10km * 0.03%/km) = 884€ geldwerter Vorteil
    Da du den 330e nimmst geht nochmal die Hälfte weg, also 442€
    Ohne Zuzahlung, zahlst du bei den angenommenen 50% also Netto 221€/Monat
    Mit 150€ Zuzahlung zahlst du (442€-150€)*50% + 150€ = 296€/Monat
    Der Unterschied ist, dass du die Zuzahlung vollständig aus dem Netto bezahlst und nicht nur die Steuern und Abgaben auf die 150€.


    Also wenn ich die Wahl zwischen realistischeren 170-220€ für nen (weiß nicht wie alten) Golf TDI und 300€ für nen neuen 330e hätte, müsste ich da nicht zweimal überlegen. Das kann aber natürlich jeder für sich entscheiden.